FAQ – Möbel online kaufen

Gilt das Widerrufsrecht auch bei Möbeln?

Auch bei Möbeln gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht.
Diese Zeit gilt es zu nutzen, um die Sendung zu prüfen. Die Sendung sollte vollständig und unversehrt sein.
Sie können die Möbel auch ohne Bedenken zusammenbauen. Der Händler kann dafür keinen Wertersatz verlangen.
Wenn das Möbelstück durch den Gebrauch einen Wertverlust erlitten hat, kann sich der Händler diesen erstatten lassen. Denn die Nutzung geht über die reine Prüfung der Eigenschaften hinaus. Beispielsweise benutzen Sie eine Woche den neuen Tisch und er hat erste Kratzspuren. Diesen Wertverlust kann sich der Händler ersetzen lassen.

Der Widerruf des Kaufs muss gegenüber dem Unternehmer unmissverständlich deutlich gemacht, aber nicht begründet, werden.
Die Ware kommentarlos zurückzusenden, reicht deswegen nicht aus. Damit Sie ihn nachweisen können, empfiehlt sich für den Widerruf die Schriftform. Wirksam ist er zudem nur dann, wenn er innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Ware abgesendet wird. Für Verzögerung oder Beschädigungen der Fracht haftet der Käufer aber nicht.
Wichtig: Wer die Ware zurückgeben möchte, sollte das schriftlich dokumentieren – falls man den rechtzeitigen Zugang des Widerrufs beweisen muss.

Was tun, wenn eine Schraube oder ein Bauteil fehlt ?

Wenn eine Schraube fehlt, handelt es sich um einen Mangel.
Sie können deswegen die Nachlieferung der Schrauben auf Kosten des Händlers verlangen. Alternativ können Sie den Widerruf erklären, das mangelhafte Möbelstück zurücksenden und die Erstattung des Kaufpreises verlangen.

Wer trägt (bei Sperrgut) die Rücksendekosten?

Seit Sommer 2014 gilt, dass Verbraucher im Falle eines Widerrufs die Rücksendekosten selbst zu tragen haben.
Die Kosten für den Verstand der Ware zu Ihnen nach Hause müssen die Händler bei Widerruf jedoch ebenso zurückerstatten, wie alle weiteren Zahlungen.

Die Voraussetzung: Sie wurden ordnungsgemäß darüber informiert. Wenn die Ware nicht mit der normalen Post oder auf dem üblichen Wege zurückversandt werden kann, muss der Händler die Rücksendekosten konkret beziffern. Speziell auf zusammengebaute Möbelstücke dürfte dies immer zutreffen.
Über diese Kosten für die Rücksendung muss der Käufer vor Abgabe der Bestellung informiert werden.
Ist dies nicht geschehen, müssen Sie die Kosten nicht tragen. Dies gilt auch, wenn der Händler die Rücksendekosten freiwillig übernimmt.

Was, wenn Maßgeschneidertes nicht passt?

Wenn Möbelstücke nach Ihren eigenen Vorstellungen oder individuellen Maßen angefertigt wurden, sind diese vom Widerrufsrecht ausgeschlossen.
Wenn der Händler Ihre Angaben jedoch fehlerhaft umsetzte, greift das Gewährleistungsrecht. Denn selbstverständlich können Sie einen mangelfreien Schrank verlangen.

Was bedeutet im Online-Handel Fernabsatzvertrag?

Er besagt, dass sich Käufer und Verkäufer nicht persönlich begegnen und unter anderem über Internet, Mail und SMS kommunizieren.
Der Käufer hat keine Möglichkeit, die Ware vor Vertragsabschluss zu sehen und zu prüfen. Er trifft seine Kaufentscheidung nach den Informationen, die er vom Verkäufer bekommt. Der Vertrag verpflichtet Online-Shops, ihre Kunden über Preise, wesentliche Merkmale ihrer Produkte, Liefer- und Versandkosten zu informieren. Und auch darüber, dass der Käufer das Geschäft binnen 14 Tagen widerrufen kann.

Was ist, wenn der Online-Händler seine Informationspflicht verletzt?

Zunächst: die Widerrufsfrist tritt nicht in Kraft.
Die Frist beginnt erst, wenn der Online-Unternehmer die Belehrung in Textform nachholt.
Erhält der Verbraucher keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, erlischt sein Recht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem eigentlichen Fristbeginn.

Wann ist das Widerrufsrecht ausgeschlossen?

· die Ware ist nicht vorgefertigt: sie ist individuell für den Kunden hergestellt – z.B. maßgefertigte Vorhänge, Anzüge
· bei Verträgen über Reiseleistungen
· bei der Lieferung verderblicher Waren
· bei der Lieferung von Gesundheits- und Hygieneartikeln
· bei der Lieferung versiegelter Packungen, die nach der Lieferung ausgepackt wurden
· bei der Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften oder Illustrierten ohne Abo
· Verträge über bestellte Hotelzimmer, Leihwagen, Tickets für Konzerte und Sportveranstaltungen
· Online-Auktionswaren, Aktien und Devisen

Welche Risiken birgt das online-shoppen?

Die größte Gefahr lauert in der Datenabfrage der Kunden.
Wer auf etablierten Portalen einkauft, ist relativ sicher. Doch Kriminelle suchen immer wieder gezielt nach Sicherheitslücken der Online-Shops, um an Kundendaten wie Konto- oder Kredikartennummer heranzukommen.
Ein anderes Risiko sind Wucher-Versandkosten, die das vermeintliche Schnäppchen zum teuren Spaß werden lassen. Wer außerhalb der EU kauft, muss sich auf hohe Zollgebühren gefasst machen – auf die ausländische Anbieter nicht immer hinweisen.
Es passiert auch immer wieder, dass bereits bezahlte Ware nicht oder minderwertig geliefert wird.

Wie kann ich mich vor bösen Überraschungen schützen ?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Darum raten Verbraucherzentralen:
· Homepage des Anbieters prüfen: Wichtig sind Firmennamen, Ansprechpartner, Anschrift und Telefonnummer
· Vorsicht bei Auslandsbestellungen: Die Rückgabe ist wegen hoher Transportkosten eine teure Angelegenheit
· Preisangaben: Lieferkosten, Einfuhrsteuern und Zölle sind oft nicht ausgewiesen
· Sicheres Zahlungsmittel wählen: Kreditkartenbeträge oder Internet-Bezahldienste können bei betrügerischen Abbuchungen meist rückabgewickelt werden
· Keine Vorkasse: Hat man bezahlt, kann man seine Rechte schwer durchsetzen

Muss mir der Online-Shop weitere Informationen geben?

Der Kunde muss die Möglichkeit haben, die Vertragsbestimmungen einschließlich der allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Vertragsschluss abzurufen und zu speichern.